Hilfe! Streichelaggression

Katzen, unsere pelzigen kleinen Katzenfreunde! Aber Vorsicht - sie sind auch Raubtiere, wilde und fleischfressende Raubtiere...

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Kennst du die Situation? Wir liegen gemütlich auf der Coach und streicheln unsere Katze, es scheint so als würde sie die Zuneigung genießen - sie schnurrt, sie streckt sich, gibt vielleicht sogar ein zufriedenes Miauen von sich. Aber urplötzlich, als würde man einen Schalter umlegen, verwandelt sich unsere ach so süße Fellmaus in ein Raubtier! Sie klammert sie sich mit ihren Vorderpfoten um unser Handgelenk, bohrt ihre Krallen und Zähne in unsere Haut und scharrt mit den Hinterpfoten an unseren Arm auf und ab. Autsch! Aber, wie ist es möglich, dass eine Katze in einer Minute so süß sein kann und in der nächsten so wild?

Eine Streichelaggression kann durch zwei Dinge ausgelöst werden: WO die Katze berührt wird und die DAUER der Berührung.

Mhhh, wir sind Opfer einer Streichelaggression geworden. Da Katzen ein gewisse Toleranz gegenüber Berührungen haben, zeigen nicht alle Katzen ein solches Verhalten. Einige Katzen sind sehr tolerant und lassen alles mit sich machen, aber wiederum andere tolerieren das überhaupt nicht

Berührungen

Zum einem unterscheiden Katzen, wo sie gerne berührt werden - genau wie wir Menschen auch. Wir Menschen zum Beispiel meiden einfach eine Interaktion, wenn wir keinen physischen Kontakt wünschen - wir vermeiden oder gehen einer Umarmung einfach aus dem Weg und antworten mit einem lockerem Händedruck. Katzen sind leider oft in Situationen, in denen sie nicht die Möglichkeit haben, körperlichen Kontakt zu vermeiden, den sie nicht mögen. Überlege mal - hast du jemals eine Katze mit Gewalt gekuschelt, die nicht gekuschelt werden wollte? Während manche Katzen vor unangenehmen Situationen nicht davonlaufen können, geben sie uns eine offensichtliche Botschaft - eine, die zu Schmerzen und Verletzungen führen kann.

Streicheleinheiten: Werfen wir einen Blick auf die "Stelle" des Streichelns - die zu berührenden Lieblingsstellen variieren von Katze zu Katze. Meine beiden Katzen genießen es, wenn ihre Köpfe gestreichelt werden. Meine Kätzin Tamy mag es jedoch nicht, wenn ihre Füße und Beine berührt werden, während es mein Kater Charly es nichts ausmacht, wenn diese Bereiche gestreichelt werden. Charly ist nicht verrückt danach, dass sein Bauch gestreichelt wird, aber Tamy liebt anscheinend eine gute Bauchmassage. Es liegt also an dir, herauszufinden, wo deine Katze gerne berührt werden möchte und um sich dann an diese "Routenplanung" zu halten. Vermeide Bereiche, an denen deine Katze nicht berührt werden möchte.

Streicheldauer: Die einen möchten/können stundenlang gestreichelt werden, während andere Katzen nach kurzer Zeit genug haben. Die meisten von uns streicheln gerne ihre Katze und es ist natürlich frustrierend, wenn sie diese Art von Interaktion nicht mag. Zu aller erst sollte man abklären, ob eventuell Schmerzen etc. der Auslöser für das Verhalten sein könnte. Wenn dem nicht so ist, arbeiten wir hier mit der Desensibilisierung und Gegenkonditionierung, um die Toleranz unserer Katze für das Streicheln zu erhöhen und ihr zu zeigen, dass das Streicheln auch für sie lohnend sein kann.

Wichtig: Es braucht Zeit und Geduld! Bei der richtigen Ausführung und Anwendung der Desensibilisierung und Gegenkonditionierung, steht dir eine Katzentherapeutin gerne zur Seite.

Es wird einiges an Übung erfordern, um herauszufinden, wo und wie lange deine Katze gerne gestreichelt wird. Wenn du jedoch auf die Signale achtest, die dir deine Katze übermittelt, wirst du schnell verstehen, was deine Katze mag und was nicht.

Hier sind einige Tipps, um die Aggression beim Streicheln zu verringern:

NIEMALS mit den Händen spielen! Wenn du deine Hände benutzt, könnte deine Katze ungewollt darauf trainiert werden, rau zu spielen und sie macht keinen Unterschied zwischen der heiß geliebten Katzenminze Maus und deinen Fingern. Mache es dir also zur Regel: NIEMALS deine Hände, Füße oder andere Körperteile als Spielzeug zu benutzen!

• Weniger ist mehr! Wenn du Zweifel hast, ob deine Katze eure Interaktion genießt oder nicht, beende die Interaktion nicht abbrupt sondern mit einem positiven Erlebnis.

• Sei sanft beim Streicheln! Streichle deine Katze nicht grob oder mit viel Druck (zumindest bis du weißt, ob deine Katze das mag oder nicht).

• AUTSCH!

Wenn du Opfer eines Raubtierangriffs geworden bist, versuch deine Hand erschlaffen zu lassen und bewegen sie langsam in Richtung deiner Katze (dies ist schwierig und erfordert Übung). Widerstehe dem Drang, deine Hand wegzureißen, was nur zu weiteren Verletzungen führen könnte. Wenn deine Hand schlaff wird, wundert sich deine Katze, was denn nun passiert ist und hört auf. Wenn deine Katze dennoch nicht loslässt, puste sanft in Richtung ihrer Nase. Schrei und schlage deine Katze nicht! Wenn du dich befreien konntest, stehe auf und entferne dich.

Nicht alle Katzen sind liebevolle Schoßkatzen, und das ist auch vollkommen in Ordnung!

Alle Katzen haben unterschiedliche Persönlichkeiten, genau wie wir Menschen auch. Mit viel Geduld und Zeit solltest auch du in der Lage sein, Vertrauen zu deiner Katze aufzubauen und ihr beizubringen, dass kurze Streicheleinheiten für euch beide angenehm und lohnend sein können. Respektiere immer den persönlichen Freiraum und die Grenzen deiner Katze, nur so kommst du einer schmerzfreien Interaktion mit deiner Katze immer einen Schritt näher, selbst wenn sich in diesem niedlichen, flauschigen Wesen, ein kleines Raubtier verbirgt.