Ältere Katzen mit Verhaltensproblemen

Die Auswirkungen des Alterns: Mit zunehmendem Alter leiden Katzen häufig an Funktionsstörungen, einschließlich ihrer kognitiven Funktionen. Das Gedächtnis, die Lernfähigkeit, das Bewusstsein sowie die Wahrnehmung von Seh- und Hörvermögen können sich bei Katzen verschlechtern.

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Diese Verschlechterung kann zu Orientierungslosigkeit, verminderter Aktivität oder Schlafstörungen führen. Es kann dazu führen, dass Katzen die zuvor erlernten Gewohnheiten vergessen wie z. B. den Standort der Futternäpfe oder Katzentoilette. Es kann aber auch ihre sozialen Beziehungen zu den Katzeneltern und zu anderen Haustieren verändern.
Das "Verstehen" dieser Veränderungen, die die Katze durchmacht, kann uns Katzeneltern helfen, mitfühlend und effektiv mit Verhaltensproblemen umzugehen.

Viele Verhaltensänderungen sind aber auch Anzeichen für medizinische Störungen. Hier gibt es eine Reihe von Therapien, die Katzen helfen und ihre Symptome lindern können, einschließlich Schmerzen, die sie möglicherweise hat. Stelle sicher, dass Du alle Veränderungen, die Du an deiner Katze wahrnimmst, deinem Tierarzt/Tierheilpraktiker mitteilst. Bitte gehe nicht davon aus, dass Deine Katze "gerade alt wird" und Du daher nichts unternimmst, um ihr zu helfen.

Checkliste für Altersbedingte Demenz

Die folgenden Verhaltensweisen können auf eine Altersbedingte Demenz bei Deiner Katze hinweisen:

♥ Lernen und Gedächtnis
• Macht außerhalb der Katzentoilette
• Unsauberkeit in Schlafbereichen und/oder Essbereichen
• Scheint manchmal nicht in der Lage zu sein, vertraute Personen und Haustiere zu erkennen

♥ Verwirrung und räumliche Desorientierung
• Verliert sich an vertrauten Orten
• Starrt oder fixiert Objekte oder starrt einfach in den Raum
• Streift ziellos umher
• Bleibt hängen und kann nicht um Hindernisse herum oder über Hindernisse gehen

♥ Beziehungen und soziales Verhalten
• Ist weniger interessiert an Streicheln, Interaktionen, Begrüßung von Menschen oder vertrauten Haustieren usw.
• Benötigt ständigen Kontakt, wird anhänglich

♥ Angst und erhöhte Reizbarkeit
• Scheint unruhig oder aufgeregt
• Spricht mehr und / oder fordernder
• Benimmt sich im Allgemeinen gereizter

♥ Aktivität - Abgenommen, apathisch
• Erforscht weniger und reagiert weniger auf Dinge, die um sie herum vor passieren
• Putzt sich weniger/oder komplett eingestellt
• Isst weniger - Appetitverlust

♥ Schlaf-Wach-Zyklen und umgekehrter Tag-Nacht-Zeitplan
• Schläft unruhig, wacht in der Nacht auf
• Schläft mehr während des Tages
• Vokalisiert nachts mehr

Andere Ursachen für das Verhalten ausschließen

Wenn Deine Katze eines der oben aufgeführten Symptome oder Verhaltensänderungen aufweist, solltest Du sie zu erst zum Tierarzt oder Tierheilpraktiker bringen, um festzustellen, ob eine bestimmte medizinische Ursache für ihr Verhalten vorliegt. Jede medizinische oder degenerative Erkrankung, die Schmerzen, Beschwerden oder eingeschränkte Beweglichkeit verursacht, wie z. B. Arthritis, Zahnerkrankungen, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Krebs, Seh- oder Hörstörungen oder Erkrankungen der Harnwege, kann zu erhöhter Empfindlichkeit und Reizbarkeit, erhöhte Angst vor Berührungen oder Schmerzen führen.
Wenn medizinische Probleme ausgeschlossen sind und Verhaltensprobleme, die nicht mit dem Altern zusammenhängen, ebenfalls ausgeschlossen werden könnten, kann das Verhalten Deiner Fellnase auf die Auswirkungen des Alterns sozusagen auf "Altersbedingte Demenz" zurückgeführt werden.

Behandlung der Altersbedingten Demenz

Wenn die kognitive Dysfunktion die einzige logische Erklärung für die Verhaltensänderungen Deiner Katze ist, ist der nächste Schritt die Suche nach einer Therapie. Die Behandlung besteht hauptsächlich darin, hilfreiche Änderungen in der Umgebung Deiner Katze vorzunehmen und ihren täglichen Ablauf konstant zu halten. Wir wissen Katzen lieben und brauchen Routine und geregelte Abläufe. Auch der Tierarzt und/oder Tierheilpraktiker wird Deine Katze zusätzlich unterstützten.

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Unsauberkeit ist ein häufiges Symptom. Eine große Anzahl von medizinischen Ursachen kann zu Unsauberkeit bei Katzen führen. Kurz gesagt, jede Störung, die die Häufigkeit der Ausscheidung der Katze erhöht oder ihre Blasen- oder Darmkontrolle senkt, kann zu einer Unsauberkeit führen. Dementsprechend besteht auch der erste Schritt bei der Behandlung einer Unsauberkeit, unabhängig vom Alter, darin, sie zu einer gründlichen Untersuchung zum Tierarzt/Tierheilpraktiker zu bringen.

Wenn medizinische Probleme ausgeschlossen werden können, können die folgenden Kätzisch & Du Tipps hilfreich sein:

♥ Kein Versteckspiel
Positioniere die Katzentoiletten so, dass diese von deiner Katze leicht zu finden und leicht zu erreichen sind. Katzen, die an kognitive Dysfunktion leiden, vergessen möglicherweise die Position ihrer Katzentoilette. Stelle daher sicher, dass die Katzentoiletten immer an den alten bekannten Orten stehen. Zusätzlich solltest Du weitere Toiletten an weiteren Orten platzieren.

♥ Leichter Einstieg
Viele ältere Katzen haben Probleme oder leiden unter Schmerzen, wenn sie versuchen, in eine Katzentoilette mit hohen Seiten hinein oder heraus zu steigen. Daher achte darauf, dass Deine Katzentoiletten niedrige Seiten haben.

♥ Erhöhe die Toilettenanzahl
Falls Deine Katze Probleme beim Treppensteigen hat, stelle mindestens eine Katzentoilette auf jeder Etage deines Hauses/Wohnung.

Verwirrung und Desorientierung

Desorientierung ist oft das erste Anzeichen, dass Katzeneltern feststellen. Die Desorientierung kann zum Beispiel verringert werden, indem die Umgebung angepasst wird und die Tagesabläufe verbessert werden. Ganz wichtig: Vermeide Veränderungen beim Futter, am bei den Futterplatz, Katzenklos und dem Katzenklostandort. Versuche den Tagesablauf so konstant wie möglich zu halten. Deine Katze muss alle Ressourcen leicht finden können!

Schalfzyklus

Der Schlaf-Wach-Zyklus einer Katze kann durch kognitive Dysfunktion beeinträchtigt werden. Wie bei den meisten Symptomen von kognitive Dysfunktion, gibt es jedoch auch viele andere Gründe für eine erhöhte Nachtaktivität. Zum Beispiel können Katzen, die tagsüber mehr schlafen, nachts unruhiger und aktiver werden. Sinnesveränderungen wie Seh- oder Hörverlust können die Katze beeinträchtigen. Eine Unsauberkeit in Verbindung mit einer verminderten Fähigkeit, eine Katzentoilette zu finden, kann Deine Katze dazu veranlassen, aufzuwachen und herumzulaufen.

Lass deine Katze medizinisch untersuchen um medizinische Probleme zu finden, die zu Unruhe, Unbehagen führen können. Versuche gleichzeitig, die normalen Schlaf- und Wachstunden Deiner Katze wiederherzustellen. Es ist hier am sinnvollsten die Aktivität Deiner Katze zu steigern, indem Du sie tagsüber und abends zum Spielen animierst, damit sie nachts schlafen kann.

Übermäßige Vokalisierung

Ältere Katzen können aus einer Reihe von Gründen übermäßig laut werden, hierzu zählen Orientierungslosigkeit, Hörverlust und Schmerzen aufgrund einer oder mehrerer Erkrankungen. Wie bei anderen Symptomen einer kognitiven Dysfunktion sollten auch hier die Katze medizinisch untersucht werden.

Kognitive Dysfunktion erhöht im Allgemeinen die Vokalisierung im Zusammenhang mit Angstzuständen, Orientierungslosigkeit und Trennungsproblemen. Ängstliches Vokalisieren ist normalerweise ein klagendes Miauen. Das Vokalisieren einer älteren Katze kann zu einem Problem werden, wenn sie es zu oft oder zu unangemessenen Zeiten macht, beispielsweise wenn Du schlafen möchtest. Das Bestrafen des Vokalisierens kann die Angst erhöhen und das Problem verschlimmern. Am besten ist es eine Vokalisation zu behandeln, indem Du die Aktivität Deiner Katze während des Tages steigerst und schrittweise den richtigen Schlaf-Wach-Zyklus wiederherstellst.